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Rezension | Carim: Drachenkrieger

Nach Carims abenteuerlichen Kämpfen und Missionen ist er dem Hof und seinem Ziel, König zu werden, näher als je zuvor. Mit Prinzessin Feana an seiner Seite ist die Beziehung zwar nicht optimal, doch je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto eher kann er sie von seinen Qualitäten überzeugen. Doch nicht nur Feanas Geheimnis könnte sie wieder entzweien, auch ein Hilferuf des Königs führt die Drachen und Carim zurück in die Schlacht. Als auch noch ein dunkler Teil seiner Vergangenheit wieder auftaucht und Carims einzige Chance auf Erfolg ist, muss er sich den Ereignissen stellen, die ihn geprägt haben …

Was für ein Abenteuerritt! Nachdem mich der erste Band rund um Carim schon begeistert hat, hat Lena Knodt in „Carim: Drachenkrieger“ noch eins draufgelegt. Dieses Buch hat mich viele Nerven und ein paar Tränen gekostet, denn mit überraschenden Wendungen, gnadenlosen Schlachten und aufreibenden Szenen hat es nicht gegeizt.

Der Band setzt ziemlich gut am Ende des ersten Teils an und ruft einem die wichtigsten Ereignisse noch mal in Erinnerung. Carim ist nach einem gewissen Tod nicht mehr derselbe Mann – zumindest geht es ihm nahe genug, um ihn manchmal ins Zweifeln zu bringen. Doch an seinen Plänen, nach der Macht zu greifen, hat sich nichts geändert, und das hat mir richtig gut gefallen. Diese düstere, skrupellose Ader, die er hat, wird zwar in dem Band deutlicher durch seine mitfühlende und loyale Art ausgeglichen, aber trotzdem schlummert da immer noch das machthungrige Tier in ihm. Das hat seinen Charakter sehr faszinierend und real gemacht, sodass man ihm gut folgen konnte.

Auch die Nebencharaktere und die vielen verschiedenen Storylines konnten mich überzeugen. Sie waren klar miteinander verknüpft, haben aber für viele Intrigen gesorgt, die Carim das Leben erschweren. Besonders gelungen fand ich Feana, die Prinzessin, die definitiv ihre eigenen Geheimnisse und Motivationen in die Ehe bringt. Außerdem war das Rätselraten um Carims Vergangenheit interessant und ansprechend gestaltet. Man erhält immer wieder einzelne Häppchen, die sich erst gegen Ende zusammensetzen und deutlichmachen, wieso Carim so ruchlos geworden ist.

Die Drachen hatten für mich fast schon etwas zu wenig Spielzeit im Buch, dafür waren ihre Szenen aber umso wichtiger. Ich fand es richtig cool, dass es wieder Schlachten gab und epische Kämpfe, bei denen man aber auch überrascht wurde. Generell finde ich Bücher gut, in denen das Ganze realistisch abläuft – die „gute“ Seite bleibt nicht unverschont, und in „Carim: Drachenkrieger“ habe ich an zwei Stellen wirklich um meine Lieblinge gebangt. Vor allem eine Szene hat mich extrem aus dem Konzept gebracht, und ich hatte wirklich Schwierigkeiten zu fassen, dass Lena Knodt das tatsächlich getan hat. Gleichzeitig war es sehr realitätsgetreu durch die Grausamkeit der Aktion, und hat wieder aufgezeigt, dass Kriege auf beiden Seiten Opfer fordern.

Alles in allem war „Carim: Drachenkrieger“ eine Fortsetzung, die sich sehenlassen kann. Für mich ist es besser als der erste Band, hat mehr Stränge verknüpft und war noch mal eine ganze Ecke düsterer. Ich bin auch sehr zufrieden damit, wie sich der Schreibstil der Autorin entwickelt hat und dass die Szenen mehr Raum hatten, sich zu entwickeln. Hier trifft das Klischee, dass zweite Bände eher schlechter sind, nicht zu. Carim hat mich wieder begeistert mitfiebern lassen!

© Eisermann, Bremen

Autor: Lena Knodt
Titel: Carim: Drachenkrieger
Preis: 3,99€ (E-Book) | 12,90€ (TB)
ISBN: 978-3-946172-69-7
Verlag: Eisermann
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Klaudia, 21 Jahre, buchsüchtig. In der schönen Stadt Leipzig studiere ich Buchhandel & Verlagswirtschaft und bin als Lektorin und Korrektorin tätig. Das Bloggen ist meine Passion und mein Ausgleich, weshalb ich Herzdeinbuch so oft wie möglich mit neuen Rezensionen, Kolumnen und kreativen Beiträgen fülle.

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