Buch,  Literatur

Mini-Meinung | 5 Bücher, die ich abgebrochen habe

Vor einigen Wochen habe ich auf Facebook kurz rumgefragt, ob Interesse an einem Beitrag bestehen würde, in dem ich meine abgebrochenen Bücher vorstelle. Da die Resonanz unerwartet groß war und ich wirklich gemerkt habe, dass das Themen sind, die euch interessieren, habe ich jetzt fünf Bücher rausgepickt, die ich in den vergangenen Jahren abgebrochen habe. Die Gründe dafür möchte ich nun kurz erläutern – wichtig dabei sind mir folgende Kriterien: Als abgebrochenes Buch ohne Rezension nehme ich nur Werke, bei denen ich nicht bis zur Hälfte durchgehalten habe. Außerdem soll das hier kein Bash oder Rant werden – ich möchte euch nur erklären, wieso für mich in dem Moment das entsprechende Buch nicht gepasst hat. Und schließlich ist mir wichtig, dass sich hiermit niemand angegriffen fühlt – manchmal ist ein Geschmack einfach anders, und wenn ich früh merke, das Buch passt nicht, lege ich es zur Seite. Sich durchzuquälen bringt nämlich niemandem was.


© S. Fischer Verlage, Frankfurt a. M.

In Christina Dalchers Buch „Vox“ geht es um eine Gesellschaft, in der Frauen nicht mehr als 100 Wörter am Tag sprechen dürfen. Eigentlich ein ziemlich interessantes Konzept, das viel Gestaltungsspielraum lässt und oftmals mit Margaret Atwoods „Report der Magd“ verglichen wurde, das ich geliebt habe. Bei „Vox“ allerdings bin ich nicht über 20% des Buches hinausgekommen. Mir wirkte die Gesellschaft zu gestellt, das ganze Szenario zu durchgeplant. Ich hatte nicht das Gefühl, dass eine solche Gesellschaft wirklich funktionieren könnte mit den Regeln, die im Buch beschrieben wurden. Zudem war mir die Protagonistin dermaßen unsympathisch, dass ich kaum hineingefunden habe. Von anderen Lesern habe ich gehört, dass es mit Fortschreiten der Geschichte wohl auch schwierig wird, Sympathie zu ihr aufzubauen. Den religiösen Fundamentalismus als Hintergrund des Systems habe ich dem Buch auch nicht wirklich abkaufen können, weshalb ich es schließlich zur Seite gelegt habe.

Mehr Informationen zum Buch erhaltet ihr hier beim Verlag.


© cbj, München

„Herz aus Nacht und Scherben“ war mein erstes Buch von Gesa Schwartz und ich habe wirklich verzweifelt versucht, es zumindest zu beenden. Nach dem dritten Anlauf habe ich aber schließlich aufgegeben – es konnte mich nicht packen. Es geht um Milou, die vom modernen Venedig ins Reich der Scherben und Albträume kommt, wo sie gejagt wird. Milou war mir als Protagonistin eigentlich auch sympathisch, ebenso wie Nív, der ihr helfen sollte. Aber Gesa Schwartz‘ Schreibstil hat mich dermaßen verzweifeln lassen, dass ich nicht bis zum Ende lesen konnte. Spannung wurde die langen Beschreibungen rausgenommen, alles war zu blumig, zu verschwurbelt. Venedig als Handlungsort hat mir gefallen, aber ich konnte der Storyline überhaupt nicht folgen, keine Entscheidungen nachvollziehen und habe mich eher durch die Seiten gekämpft. Dementsprechend habe ich nach dem dritten Anlauf komplett aufgegeben.

Mehr Informationen zum Buch erhaltet ihr hier beim Verlag.


© Piper, München

„Das Herz kommt zuletzt“ war ein Titel, auf den ich mich riesig gefreut habe, denn wie bereits erwähnt mochte ich auch andere Bücher von Margaret Atwood. Hier habe ich starke Systemkritik erwartet, interessante Menschen in einem Zwiespalt zwischen Macht und Machtlosigkeit. Ein amerikanisches Paar wird durch die Wirtschaftskrise gezwungen, in einem Projekt mitzumachen, bei dem jeweils einen Monat im Gefängnis verbringt, den nächsten wieder in einem schicken Eigenheim. Klang nach einer guten Prämisse – aber nach 100 Seiten war’s das auch für mich. Was ich erwartet habe, habe ich nicht bekommen, dafür Sexfantasien zuhauf, unter anderem auch mit Hühnchen, und eine sehr abstruse Geschichte, die im Verlauf wohl noch seltsamer wird. Von anderen Bloggern habe ich mir sagen lassen, dass es nicht unbedingt Atwoods beste Geschichte ist, und ich war nach den 100 Seiten schon so verstört, dass ich es lieber gelassen habe.

Mehr Informationen zum Buch erhaltet ihr hier beim Verlag.


© Drachenmond Verlag, Leverkusen

Es tut mir ehrlich ein leid, dass dieses Buch auch auf der Liste gelandet ist, aber „Murphy – Rache ist süß“ von Nicole Gozdek war auch ein Titel, bei dem ich einfach nicht in die Geschichte reinkam. Es geht um Sprichwörter, die lebendig sind und ganz getreu ihrer Namen die Menschen beeinflussen. In Murphys Nähe läuft daher natürlich alles schief, was nur schiefgehen kann! Das Konzept an sich fand ich echt cool und ich glaube, da steckt auch eine interessante Geschichte dahinter. Allerdings hat mich das Buch in einem ungünstigen Zeitpunkt erwischt und ich bin vor allem mit Murphy überhaupt nicht warm geworden. Der Anfang war für meinen Geschmack auch etwas lahm, ich hatte nicht recht das Gefühl, dass die Story vorangeht, weshalb ich es zur Seite gelegt habe. Nicole Gozdek hat mich schon mit anderen Büchern begeistern können und auch ihr nächstes Buch werde ich sicher lesen. Aber „Murphy“ und ich werden wohl leider keine Freunde.

Mehr Informationen zum Buch erhaltet ihr hier beim Verlag.


© Penguin Random House

Last but not least ein Buch, für das mich sicherlich viele Leute hassen werden, weil es in dieser Aufzählung gelandet ist. Aber ich muss zugeben, „Wonder Woman: Warbringer“ und ich waren nicht das perfekte Paar. Ich habe das Buch auf Englisch angefangen und bin gut bis zu einem Drittel gelangt. Da hat es dann aber auch schon wieder aufgehört. Die Geschichte plätscherte irgendwie so dahin, ich hatte nicht unbedingt den Drang, weiterzulesen. Diana war für mich keine besondere Protagonistin, und auch zu anderen Charakteren konnte ich keine Beziehung aufbauen. Die Welt der Amazonen war zwar extrem cool gemacht, aber da sich die Geschichte dann an andere Handlungsorte verlagert, fiel leider diese Stimmung weg, die mich bis dahin hat durchhalten lassen. Von Leigh Bardugo halte ich mich also lieber an die „Grischa“-Reihe, die ich unbedingt noch lesen möchte, aber damit war dann auch für mich klar, dass ich die DC Icons bei aller Liebe nicht weiter verfolgen möchte.

Mehr Informationen zum Buch erhaltet ihr hier beim Verlag.


Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Bücher aus diesem Beitrag gelesen und könnt darüber berichten? Oder habt ihr gar andere Bücher, mit denen ich nicht warm geworden seid? Ich bin sehr gespannt darauf, über eure Erfahrungen zu hören!

Klaudia, 22 Jahre, buchsüchtig. In der schönen Stadt Leipzig studiere ich Buchhandel & Verlagswirtschaft und bin als Lektorin und Korrektorin tätig. Das Bloggen ist meine Passion und mein Ausgleich, weshalb ich Herzdeinbuch so oft wie möglich mit neuen Rezensionen, Kolumnen und kreativen Beiträgen fülle.

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